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Der Politologe Professor Dr. Herfried Münkler, Humboldt Universität Berlin, benannte wachsende Zentrifugalkräfte, die die europäische Staatengemeinschaft zu zerreißen drohen. Diesen könne nur mit einer strategisch ausgerichteten Politik entgegen gewirkt werden. "Deutschland wird diese stabilisierende Rolle über weite Strecken allein spielen müssen." Der Überdehnung der Staatengemeinschaft müsse mit einem Blick auf eine gemeinsame Außen- und Sicherheitspolitik begegnet werden. Der Brexit mit dem Wegfall eines Nettozahlers könne auch eine Chance für eine neue Vertragsgestaltung sein.

Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel dankte den Beschäftigten des öffentlichen Dienstes für ihren täglichen Einsatz voller Eigenverantwortung. Auch wenn die Mehrheit der Bürger zufrieden sei mit diesen Leistungen, seien die im öffentlichen Dienst tätigen zunehmend mit Hass, Ablehnung und Unverständnis konfrontiert. "Nicht nur die Bundesregierung, sondern die gesamte Gesellschaft muss dagegen aufstehen und sagen: wir lassen das nicht zu, denn von der Arbeit dieser Menschen hängt unsere Lebensqualität ab" so Merkel.

Der Vizepräsident des europäischen Parlaments Alexander Graf Lambsdorff gab zu bedenken, dass, wo bürgerliche Freiheiten und Rechte eingeschränkt werden, es bald auch um die Menschenrechte gehen werde. Er formulierte in seinem Impulsvortrag drei Krisen der EU: die strategische, die die Sicherheit bedrohe, die demokratische, die sich in einem Wettbewerb der freiheitlichen mit einer gelenkten Demokratie zeige und einer wirtschaftlichen, die sich im Sozialen auswirke und der mit Wachstum und Investition begegnet werden müsse. Um diese durchsetzen zu können, hielt er Mehrheitsentscheidungen in der EU für erforderlich.

In der von Dunja Hayali in gewohnt professioneller Art moderierten Podiumsdiskussion, zeigte sich

Richard Kühnel, europäische Kommission, überzeugt, dass die EU aus dem Brexit Lehren ziehen werde. Weitere Teilnehmer waren Professor Dr. Heribert Hirte, MdB, CDU, Alexander Graf Lambsdorff und Rolf-Dieter Krause, ehemalige Leiter des ARD Studios in Brüssel. Er glaubte, dass Europa den Warnschuss nicht verstanden hat. Nach zahllosen gebrochenen Versprechen müsse die Bedeutung und der Wert der europäischen Gemeinschaft besser erklärt werden.

Deutschland gibt für den öffentlichen Dienst 7,7 % des BIP aus und liegt damit in Europa an vorletzter Stelle. (Quelle: dbb,ck)

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