
Wie bei jedem Rechtspflegertag war auch bei der 36. Ausgabe ein wichtiges Ziel, fachlich-inhaltliche Arbeit zu leisten, um das Berufsbild des Rechtspflegers weiterzuentwickeln. Im Jahr 2026 sind dazu vier Arbeitskreise durchgeführt worden:
Arbeitskreis 1 Neue Generationen in der Justiz
Arbeitskreis 2 Unsere Unabhängigkeit – wie resilient ist sie?
Arbeitskreis 3 Nachlassrecht & Erbrecht
Arbeitskreis 4 Das Projekt Titelregister - Bericht liegt vor.
Über die Ergebnisse aus den Arbeitskreisen wird an dieser Stelle berichtet.

Die neuen Generationen (Gen Z und Alpha) ziehen spürbar in die Gerichte und Staatsanwaltschaften ein. Dort treffen unterschiedliche Kommunikationsstile, Werte und Erwartungen an den Arbeitsalltag aufeinander. Um Missverständnissen vorzubeugen und die Zusammenarbeit erfolgreich zu gestalten, beleuchtet Frau Professor Dr. Mörstedt in einem einleitenden Impulsvortrag die Dynamiken dieses Generationenkonflikts und wirft einen fundierten Blick auf die Denkweisen unserer jungen Kolleginnen und Kollegen.
Im anschließenden interaktiven Workshop widmen wir uns der Umsetzung dieser Erkenntnisse in die Praxis. Der Fokus liegt dabei unter anderem auf den Kernfragen:
Moderation/sachverständige Begleitung: Niclas Carl und Marie-Luise Hadlich (Jugendpräsidium) + Prof. Dr. Mörstedt

§ 9 des Rechtspflegergesetzes garantiert uns die sachliche Unabhängigkeit.
Doch was ist diese Vorschrift tatsächlich noch wert? Bieten die hergebrachten Rahmenbedingungen noch ausreichend Schutz angesichts aktueller Entwicklungen in Bund und Ländern? Wir suchen nach Wegen, den Rechtspfleger besser vor politisch motivierter Beeinflussung seitens der Exekutive abzuschirmen.
Welchen Einfluss darf die Automationsunterstützung und die künstliche Intelligenz auf unsere Entscheidungen haben? Die Entwicklung ist hier rasant und droht uns zu überrollen.
Die KI hat das Potential, Unterstützer zu sein und die Justiz zu entlasten. Ebenso schlummert in ihr aber auch die Gefahr, dass Algorithmen an die Stelle abwägenden Ermessens treten. Entzieht die Macht des Faktischen dem Rechtspfleger die Entscheidungsfreiheit angesichts des übergroßen Erledigungsdrucks?
Die Kommission Berufsrecht befasst sich mit diesen existentiellen Fragen der Rechtspflege. Ziel ist es, die Zukunft unseres Berufsbildes aktiv zu gestalten und konkrete Lösungsansätze zu benennen.
Moderation/sachverständige Begleitung: Kommission Berufsrecht

Das Nachlassrecht steht vor möglichen tiefgreifenden Veränderungen. Die 97. Konferenz der Justizministerinnen und -minister hat zahlreiche Reformideen auf den Weg gebracht – jetzt ist die Praxis gefragt!
Moderation/sachverständige Begleitung: Eva Schütt, Simone Dietzel

Am 24. September 2026 fand im Rahmen des Rechtspflegertages der Workshop zum Titelregister statt. Mit den Teilnehmern wurden intensiv mögliche Lösungsansätze diskutiert. Die Fragestellungen und Anforderungen an das Register wurden im Vorfeld festgelegt.
Es soll
Nun galt es zu herauszufinden, ob die Anforderungen mit der beabsichtigten Lösung so erfüllt werden können. Und wenn das nicht der Fall ist, ob es denn bereits in anderen Bereichen vielleicht schon Ansätze gibt, die sich auf das Projekt Titelregister übernehmen lassen können.
Eine spannende Veranstaltung mit intensiver Diskussion, die sicherlich an anderer Stelle fortgesetzt werden wird.
Einen vollständigen Bericht finden Sie hier.
Moderation/sachverständige Begleitung: Philipp Bruhn